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Franziska Koch

Expertin für Ernährung

Franziska hat in ihrem Studium der Ernährungswissenschaften ein umfassendes Wissen angeeignet. Neben dem Schreiben über gesunde Ernährung engagiert sie sich aktiv in lokalen Kochkursen. In ihrer Freizeit probiert Franziska gerne neue Rezepte und berichtet von diesen auf ihrem Instagram-Kanal. Ihre Begeisterung für eine ausgewogene Lebensweise spiegelt sich in jedem ihrer Artikel wider.

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Franziska hat in ihrem Studium der Ernährungswissenschaften ein umfassendes Wissen angeeignet. Neben dem Schreiben über gesunde Ernährung engagiert sie sich aktiv in lokalen Kochkursen. In ihrer Freizeit probiert Franziska gerne neue Rezepte und berichtet von diesen auf ihrem Instagram-Kanal. Ihre Begeisterung für eine ausgewogene Lebensweise spiegelt sich in jedem ihrer Artikel wider.

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Zink oder Vitamin C bei Erkältung: Was hilft wirklich?

Sobald der Hals kratzt, greife ich selbst oft zuerst zum Glas Wasser und schaue auf die Packungen im Schrank. Viele nehmen dann Zink oder Vitamin C. Klingt logisch, nur ist die Studienlage nicht gleich stark.

Wenn du eine klare Antwort willst, kommt sie früh: Vorbeugend bringen beide Mittel den meisten gesunden Erwachsenen wenig. Bei einer bereits beginnenden Erkältung hat Zink eher einen möglichen Nutzen als Vitamin C. Genau darauf schaue ich jetzt, mit Blick auf Studien, deutsche Richtwerte und sinnvolle Grenzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer akuten Erkältung ist Zink meist sinnvoller als Vitamin C, wenn du innerhalb von 24 Stunden beginnst.
  • Vitamin C senkt bei gesunden Erwachsenen die Zahl der Erkältungen meist nicht. Die Dauer verkürzt sich oft nur leicht.
  • Für den Alltag gelten grob 8 mg Zink für Frauen, 14 mg für Männer sowie 95 mg Vitamin C für Frauen und 110 mg für Männer.
  • Das BfR nennt für Supplemente 6,5 mg Zink und 250 mg Vitamin C pro Tagesdosis als Orientierung. Die EFSA setzt für Zink 25 mg Gesamtzufuhr pro Tag als obere Grenze.

Zink ist bei akuter Erkältung meist die stärkere Option

Wenn ich die aktuelle Forschung bauf einen Satz kürzen müsste, wäre es dieser: Bei akuter Erkältung spricht mehr für Zink als für Vitamin C. Das heißt nicht, dass Zink sicher wirkt. Es heißt nur, dass der messbare Effekt in Studien eher bei Zink auftaucht.

Aktuelle Übersichten zeigen, dass Zink die Dauer einer Erkältung bei Erwachsenen möglicherweise um etwa 1 bis 2 Tage verkürzen kann. Der Haken sitzt im Detail. Der Nutzen zeigte sich vor allem dann, wenn die Einnahme innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn startete. Außerdem nutzten die Studien sehr verschiedene Präparate. Mal waren es Lutschtabletten, mal andere Formen. Auch die Dosierungen schwankten stark. Deshalb bleibt die Evidenz nützlich, aber nicht sauber wie aus einem Lehrbuch.

Bei der Vorbeugung sieht es nüchterner aus. Weder Zink noch Vitamin C senken in der Allgemeinbevölkerung die Zahl der Erkältungen klar.

Tipp:

Wenn die Erkältung schon anklopft, ist Zink die plausiblere Kurzzeit-Option. Für die tägliche Vorbeugung taugen beide bei den meisten Menschen kaum.

Bei Vitamin C ist der Effekt klein, vor allem für gesunde Erwachsene im Alltag

Vitamin C ist für das Immunsystem wichtig. Das heißt aber nicht, dass hohe Extra-Dosen Erkältungen verhindern. Die Cochrane-Übersicht zu Vitamin C bei Erkältungen ist hier ziemlich klar: Regelmäßig eingenommen senkt Vitamin C bei der Allgemeinbevölkerung die Zahl der Erkältungen nicht.

Die Dauer einer Erkältung verkürzt sich zwar leicht. Bei Erwachsenen lag der Rückgang in den klassischen Daten bei etwa 8 Prozent. Das entspricht oft nur einigen Stunden bis ungefähr einem halben Tag. Bei Kindern war der Effekt etwas größer. Nach Symptombeginn eingenommen ist Vitamin C bei Erwachsenen meist nicht überzeugend.

Etwas anders sieht es bei Menschen unter starker körperlicher Belastung aus. Dazu zählen etwa Ausdauersportler oder Personen mit Kältebelastung. In diesen Gruppen war der Nutzen bei der Vorbeugung deutlicher. Für den normalen Büroalltag im Winter ist das aber keine starke Begründung für tägliche Hochdosis-Tabletten.

Bei Zink zählt vor allem der frühe Start und die richtige Form

Bei Zink ist der Zeitpunkt fast so wichtig wie das Präparat. In den relevanten Erkältungsstudien startete die Einnahme meist innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Zeichen, also Kratzen im Hals, Niesen oder laufender Nase.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen normaler Versorgung und Therapieversuch. Im Alltag brauchst du nur kleine Mengen Zink. In Erkältungsstudien lagen die Mengen oft bei mehr als 75 bis 85 mg Zink pro Tag, häufig als Lutschtabletten. Genau diese hohe Menge erklärt, warum manche Studien einen Effekt sehen. Gleichzeitig erklärt sie auch, warum so ein Einsatz nicht für Wochen oder Monate gedacht ist.

Ich finde diesen Punkt entscheidend, weil viele Packungen nach Alltag klingen, aber Dosierungen enthalten, die weder zur normalen Versorgung noch sauber zur Studienlage passen. Bei Zink geht es also nicht um blindes Schlucken. Es geht um einen kurzen, frühen und begrenzten Versuch.

Wann ich eher zu Zink rate und wann Vitamin C trotzdem sinnvoll sein kann

In der Praxis will ich eine einfache Entscheidung. Nicht jede Erkältung braucht Tabletten. Vieles heilt von selbst. Trotzdem gibt es Momente, in denen ich Zink für die vernünftigere Wahl halte.

Wenn die Erkältung gerade anfängt, ist Zink oft die sinnvollere Wahl

Wenn die Symptome frisch sind, würde ich eher Zink abwägen als Vitamin C. Das gilt besonders in den ersten 24 Stunden. Der wahrscheinliche Nutzen ist klein bis moderat. Trotzdem ist er greifbarer als bei Vitamin C nach Symptombeginn.

Ich erwarte davon kein Wunder. Eine Erkältung verschwindet nicht auf Knopfdruck. Aber ich sehe bei Zink zumindest einen plausiblen Kurzzeit-Versuch, vor allem mit Lutschtabletten und nur für wenige Tage. Wenn du erst am dritten oder vierten Tag anfängst, sinkt die Hoffnung deutlich.

Wenn ich meinen Bedarf decken will, reicht Vitamin C meist gut über die Ernährung

Bei Vitamin C denke ich zuerst an Essen, nicht an Brausetabletten. Laut DGE-Referenzwert für Vitamin C brauchen Erwachsene im Alltag 95 mg pro Tag als Frau und 110 mg als Mann. Für Raucher liegen die Werte höher, nämlich bei 135 mg für Frauen und 155 mg für Männer.

Diese Mengen sind mit normaler Ernährung meist gut machbar. Paprika liefert sehr viel Vitamin C. Auch Beeren, Zitrusfrüchte und Kohlgemüse helfen. Wenn ich im Winter genug davon esse, brauche ich selten ein Extra-Produkt.

Eine Meta-Analyse in BMC Public Health fand zwar etwas mildere Symptome bei Erkältungen. Der Zusatznutzen bleibt aber klein. Für mich heißt das: Vitamin C ist wichtig für die Grundversorgung. Als akute Erkältungswaffe ist es meistens überschätzt.

Welche Mengen sinnvoll sind und wo die Grenzen liegen

Hier trenne ich strikt zwischen Tagesbedarf und Erkältungsstudien. Das wird in Werbung oft vermischt. Dabei sind das zwei ganz verschiedene Dinge.

Diese Übersicht hilft beim Einordnen:

 

Stoff Alltag laut DGE Orientierung für Supplemente Wichtige Grenze
 

Vitamin C

 

95 mg Frauen, 110 mg Männer BfR: 250 mg pro Tag hohe Grammdosen sind meist unnötig
 

Zink

 

grob 8 mg Frauen, 14 mg Männer, je nach Ernährung BfR: 6,5 mg pro Tag EFSA: 25 mg Gesamtzufuhr pro Tag

 

Die Kernaussage ist simpel:

Die Mengen aus Erkältungsstudien zu Zink liegen oft weit über dem, was für den Alltag empfohlen wird.

So viel Zink und Vitamin C brauchen Erwachsene im Alltag wirklich

Beim Zink orientiere ich mich an den DGE-Referenzwerten für Zink. Für Erwachsene kann man grob mit etwa 8 mg pro Tag für Frauen und 14 mg pro Tag für Männer rechnen. Die DGE differenziert nach Phytatgehalt der Ernährung. Vollkorn und Hülsenfrüchte sind gesund, können die Aufnahme aber etwas bremsen.

Für Vitamin C gelten die schon genannten 95 mg und 110 mg pro Tag. Diese Werte sichern die normale Versorgung. Sie sagen aber nichts darüber aus, ob ein Stoff eine laufende Erkältung wie ein Medikament verkürzt. Genau diese Verwechslung sehe ich ständig.

Diese Höchstmengen für Nahrungsergänzung sollte ich kennen

Für Nahrungsergänzungsmittel nennt das aktualisierte BfR-Papier zu Höchstmengen als Orientierung 250 mg Vitamin C pro Tagesdosis. Für Zink liegt der BfR-Vorschlag bei 6,5 mg pro Tagesdosis.

Auf EU-Ebene ist die wichtige Sicherheitsmarke die EFSA-Grenze für Zink. Sie liegt für Erwachsene bei 25 mg Gesamtzufuhr pro Tag. Das meint nicht nur Tabletten, sondern Nahrung plus Ergänzung.

Genau hier liegt der große Gegensatz zu Erkältungsstudien. Dort kamen oft deutlich höhere Zinkmengen zum Einsatz, meist kurzzeitig. Für mich heißt das: Ein kurzer Therapieversuch ist etwas anderes als eine dauerhafte Selbstmedikation.

Risiken, Nebenwirkungen und typische Fehler bei Tabletten gegen Erkältung

Mehr ist bei Erkältung nicht automatisch besser. Das klingt banal. Trotzdem sehe ich im Winter ständig das Gegenteil. Kombipräparate wirken harmlos, weil sie nach Vitaminen aussehen. Die Dosierungen passen aber oft weder zur Forschung noch zu vernünftigen Sicherheitsgrenzen.

Zink kann Übelkeit machen und auf Dauer sogar schaden

Zink verursacht nicht selten Übelkeit, Magenbeschwerden oder einen unangenehmen Geschmack. Gerade auf nüchternen Magen merkt man das schnell. Das ist einer der Gründe, warum ich Zink nur als kurzen Versuch am Beginn einer Erkältung sehen würde.

Langfristig hohe Zinkdosen sind keine gute Idee. Sie können den Kupferstoffwechsel stören. Auf Dauer drohen dann Mangelzustände und weitere Probleme. Der BfR-Vorschlag für Zink in Lebensmitteln und Supplementen zeigt gut, wie vorsichtig man bei Dauergebrauch sein sollte.

Vitamin C ist meist gut verträglich, hohe Dosen sind aber nicht automatisch klug

Vitamin C ist meist unkompliziert. Überschüsse scheidet der Körper zum Teil wieder aus. Das klingt beruhigend. Es ist aber kein Freifahrtschein für Grammdosen.

Sehr hohe Mengen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Bei empfindlichen Menschen steigt auch das Risiko für Nierensteine. Vor allem fehlt der klare Zusatznutzen bei Erkältung. Wenn der Effekt klein bleibt, überzeugen mich hohe Dosen nicht.

Fazit – Bei Erkältungsbeginn spricht mehr für Zink

Wenn du von mir eine klare Antwort willst, dann diese: Bei einer gerade beginnenden Erkältung ist Zink die sinnvollere Option. Der Nutzen ist nicht garantiert. Er ist aber besser belegt als bei Vitamin C, solange Zink früh und nur kurz eingesetzt wird.

Vitamin C bleibt wichtig für deine Grundversorgung. Gegen die akute Erkältung hilft es meist nur wenig. Deshalb würde ich zuerst auf ausgewogene Ernährung setzen, Mängel vermeiden und Zink nur gezielt abwägen. Wenn du schwanger bist, Medikamente nimmst, Vorerkrankungen hast oder oft zu Supplementen greifst, würde ich vorab in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen.

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